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Objektive für extrem großen SpektralbereichAutor : Henning Mehnert und Thomas Steinich, Bad Kreuznach Dieser Artikel ist erschienen in
der Oktoberausgabe der Fachzeitschrift
In den letzten Jahren konnte vermehrt die Nachfrage nach universell und vor allem multispektral einsetzbaren Objektiven festgestellt werden. Parallel dazu ging für Sensoren die Entwicklung ebenfalls in die Richtung höherer Empfindlichkeiten über einen möglichst großen Spektralbereich. Den Objektivbau stellt dieser Trend vor neue Herausforderungen sowohl im Design als auch in der Fertigung. Vor allem die aufgrund der Glasdispersion auftretende chromatische Längsabweichung gilt es in neuen Designansätzen möglichst perfekt zu korrigieren. Ein für die industrielle Inspektion interessanter Effekt dieser Korrekturen ist, dass bei einem Wechsel der Farbkanäle das Nachfokussieren überflüssig wird. Für immer schnellere Produktionsabläufe dauert häufig das elektronische Nachfokussieren bei einer Inspektion in verschiedenen Spektralbereichen bereits schon zu lang. Als Hersteller für hochwertige optische Systeme nimmt Schneider-Kreuznach die Herausforderung an diese Probleme optisch zu beheben. Objektive, die für einen extrem großen Spektralbereich perfekt korrigiert sind werden als Polychromate bezeichnet.
Für das Design polychromatischer optischer Systeme steht die chromatische Längsabweichung im Mittelpunkt der Aberrationskorrektur. Diese lässt sich durch die Schnittweitendifferenz für zwei Wellenlängen allgemein durch
beschreiben und wie in Abb.1 gezeigt grafisch darstellen [1].
Für k dünne, in Luft stehende Linsen in direktem Kontakt kann der Farblängsfehler
Für den Fall einer unendlichen Eingangsschnittweite s, geht die bildseitige Schnittweite s'
über in
Mit Gl.2 und Gl.4 kann nun die chromatische Längsabweichung in Abhängigkeit der Systemparameter Brechkraft und Dispersion beschrieben werden. Bei der Einteilung bezüglich des Grades des Korrektionszustandes unterscheidet man zunächst zwischen zwei Typen. Für achromatische Systeme ist die Schnittweite für zwei verschiedene Wellenlängen gleich. Gilt dies für eine zusätzliche dritte Wellenlänge so spricht man von einem apochromatisch korrigierten System. Die Frage für wie viel Wellenlängen ein optisches System korrigiert sein muss damit es theoretisch im paraxialen Gebiet frei von chromatischer Längsabweichung ist, wurde 1959 von Max Herzberger in seinem Artikel: „Colour correction in optical systems and a new dispersion formula“ beantwortet [2]. Zur Beschreibung des Dispersionsverhaltens von Glas verwendet er die Näherungsgleichung:
Die Konstante
ausgedrückt werden. Wird nun Gl.6 in die Gleichung für den Kehrwert der Abbeschen Zahl [1]
eingesetzt, erhält man einen Ausdruck für die Abbezahl in Abhängigkeit der Funktionen
Ersetzt man den Term
folgen die Bedingung für die Korrektion der chromatischen Längsabweichung.
Erfüllt das optische System alle
Gleichungen 10a bis 10c verschwindet die chromatische Längsabweichung nach Gl.9
vollständig. Wie dem Gleichungssystem 10 zu entnehmen ist, bedarf es dafür die
Kenntnis einer Abbezahl
Die Lösung des Gleichungssystems 10 für einen Polychromaten aus zwei Linsen ergibt
Nach Gl.11 müssen die drei Gläser in
dem in Abb.2 gezeigten Diagramm auf einer Geraden liegen. Für eine Gerade mit
dem Anstieg 0 kann mit Gl. 11 die Bedingung
Literaturhinweise: [1] Heinz Haferkorn, Bewertung
optischer Systeme, VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften, [2] Max Herzberger, Colour correction in optical systems and a
new dispersion formula, |