Die Wirkung aller Filter beruht auf Absorption oder
– im Falle von
Interferenzfiltern – Reflexion eines für verschiedene Wellenlängen
unterschiedlichen Teils des einfallenden Lichts. Das Filter nimmt
also dem Objektiv immer etwas Licht weg. Beispielsweise fügt ein
Gelbfilter nicht etwa die Farbe Gelb hinzu, wie es auf den ersten
Blick erscheint, sondern es schwächt oder sperrt die
Komplementärfarbe Blau.
Dieses Wegnehmen von
Lichtanteilen hat auch eine Reduzierung der Beleuchtungsstärke auf
dem Film zur Folge, die durch verlängerte Belichtungszeit oder eine
weiter geöffnete Blende ausgeglichen werden muss, damit der Film
korrekt belichtet wird. Bei der TTL-Belichtungs-
messung (through the
lens = durchs Objektiv) wird das zwar prinzipiell berücksichtigt, so
dass sich der Fotograf in den meisten Fällen darum nicht weiter zu
kümmern braucht. Aber erstens bietet nicht jede Kamera TTL-Messung,
und zweitens ist sie bei strengen Filtern, etwa den dichten Orange-
und den Rotfiltern, ungenau und bei UV- oder Infrarotfiltern gar
völlig unzuverlässig, weil die spektrale Empfindlichkeit der
Messzellen nicht exakt genug mit derjenigen der Filme übereinstimmt.
In den Beschreibungen der
B+W-Filter wird deshalb immer ein Filterfaktor angegeben, um den die
Belichtung unter durchschnitt-lichen Verhältnissen verlängert werden
muss. Ein Filterfaktor von 2 bedeutet also, dass die Belichtungszeit
zum Ausgleich des Lichtver-
lustes durch die Filterwirkung zu
verdoppeln ist. Der Filterfaktor bezieht sich immer auf die
Belichtungszeit, nicht auf den Blendenwert!
Weil jedoch bei den meisten
Kameras die Verschlusszeiten nur in ganzen Belichtungsstufen (Faktor
2, 4, 8, 16, 32, …) verlängert werden kann, aber die Filterfaktoren
oft krumme Zwischenwerte haben, wird in der Praxis selten mit der
Zeit, sondern meistens mit der Blende korrigiert. Die folgende
Tabelle gibt an, welcher Filterfaktor wie vielen Blendenstufen
entspricht. Zwischenwerte können auf- oder abgerundet werden, weil
kleinere Abweichungen vom Belichtungsspielraum des Films aufgefangen
werden und keine sichtbare Auswirkung auf das Bild haben. Es kann
auch mit Zeit und Blende korrigiert werden, wenn die Korrektur
anteilig auf beide angewandt wird.

Optimale Filterungseffekte
setzen stets für die betreffende Aufnahme optimale Belichtung
voraus. Diese wiederum kann nie eine Konstante sein. Farbtemperatur
und Einfallswinkel des Lichtes verändern sich mit Tages- und
Jahreszeit beträchtlich – mit ihnen auch die Filterwirkung.
Ebensogut gilt es
Rücksicht zu nehmen auf abweichende Sujets und Bildaussagen.
Dazu kommt eine Vielzahl unvorhersehbarer technisch
verursachter Einflüsse, z. B. Nuancierungen in der Reaktion
der Filme, der Entwicklung, Toleranzen der Kamerafunktionen
etc.
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Filterfaktoren sind also
tatsächlich Richtwerte, nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Sie geben eine solide Basis, auf der man ganz individuellen
Wünschen und praktischen Gegebenheiten angepasste Erfahrungen
sammeln kann.
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Schwarzweiß-Filter