Tipps zu Konversionsfiltern


Konversionsfilter dienen dazu, die spektrale Zusammensetzung des Aufnahmelichts an die Abstimmung der Farbfilms anzu-
passen. Die Begriffe Farbtemperatur und die Maßeinheit Mired spielen dabei eine wichtige Rolle. Was es damit auf sich hat und wie geeignete Korrekturfilter eingesetzt werden, will nachfol-
gender Beitrag näher beleuchten.


Farbtemperatur und Mired

Dem „weißen" Licht der Sonne wird als Maß für seine Farbzusam-
mensetzung die „Farbtemperatur" 5600 K (Kelvin) zugeordnet, weil die Oberflächentemperatur des Sonne etwa 5600 Kelvin beträgt. Die Kelvin-Skala entspricht der Celsius-Skala, nur dass sie mit Null nicht beim Gefrierpunkt des Wassers, sondern beim absoluten Nullpunkt (etwa -273,16 °C) beginnt.

Da der Glühfaden einer Glühlampe nie so heiß werden kann, weil Wolfram, das hitzebeständigste Metall, bei 3653 K schmilzt und schon vorher erweicht, werden Halogenlampen nur für 3200 K und in Sonderfällen für 3400 K produziert. Bei dieser Temperatur ist der Blauanteil viel niedriger als im Sonnenlicht, so dass dieses Licht komplementärfarbig orange erscheint. Der Glühfaden von Haushalts-
glühlampen
erreicht nur etwa 2700 K, ihr Licht wird noch rötlicher, also orangerot.

Tageslicht-Diafilme sind auf 5600 K abgestimmt und reagieren empfindlich auf jeden Farbstich, den unser Auge viel schwächer sieht, weil unser Gehirn einen korrigierenden „Weißabgleich" vornimmt.

Der mit 1 Million multiplizierte Kehrwert der Farbtem-
peratur heißt „Mired"-Wert dieser Farbtemperatur.
(
Mired = Micro reciprocal degree). Damit lässt sich leichter rechnen, weil gleiche Unterschiede in Mired-Werten, z. B. zwischen dem der Lichtquelle und dem des Films, gleichen Filterdichten entsprechen (was nicht für Kelvin-Werte gilt!). Die im Filternamen enthaltene Zahl ist die in Dekamired (1 Dekamired = 10 Mired) gemessene Filterstärke, die bei blauen Filtern negativ ist, also beim Rechnen mit einem Minuszeichen davor anzuwenden ist.

B+W Filter-Tipp: Mit Mired rechnen

Farbtemperaturwerte in Kelvin dürfen nicht addiert oder subtrahiert werden, weil sie sich nicht „linear" verhalten; so berechnete Summen oder Differenzen liefern falsche Ergebnisse. Aber nach der folgenden Formel können die Kelvin- in Mired-Werte umgerechnet und diese und die Mired-Werte der Filter dann addiert und subtrahiert werden:

Mired-Wert  = 1.000.000 : Kelvin-Wert
Kelvin-Wert = 1.000.000 : Mired-Wert

Das benötigte Filter errechnet sich immer als Differenz aus vorhandenen und der benötigten Farbtemperatur.

Ein praktisches Beispiel:

Für Tageslichtfilm 5600 K errechnet sich ein Mired-Wert
von 1000000 : 5600 = 178,6 und Kunstlicht von 3000 K entspricht einem Mired-Wert von 1000000 : 3000 = 333,3.
Die Differenz Film-Mired-Wert minus Licht-Mired-Wert gibt an, welches Konversionsfilter das Licht korrekt an den Film anpasst:

178,6 Mired - 333,3 Mired = -154,7 Mired oder ca.
-15 Dekamired.

Ein positiver Wert kennzeichnet ein rötliches KR-Filter, ein negativer ein blaues KB-Filter.

Also ist, um Halogenlicht von 3000 K Farbtemperatur
(der etwas niedrigere Wert ergibt sich, wenn die Netz-
spannung unter Nennwert liegt) an einen Tageslichtfilm
für 5600 K anzupassen, ein blaues B+W-Konversionsfilter KB 15 nötig.

Ein Diagramm zur Kelvin-Mired-Konversion und zur Ermittlung des richtigen Filters für farbneutrale Aufnahmen auf Tageslichtfilm und Kunstlichtfilm finden Sie im Beitrag Color Fotografie".

Besser mit Unterkorrektur?

Wenn die Lichtfarbe nicht zum Diafilm passt, ist für farbneutrale Wiedergabe ein Konversionsfilter erforderlich. Aber nicht immer ist die absolut originalgetreue Farbe wünschenswert.

So wäre ein KB 15 für jeden kitschig-schönen Sonnenuntergang tödlich, wenn dessen Stimmung vermittelt werden soll. Und ein Porträt bei Stehlampenlicht („Oma sitzt im Ohrensessel und liest") wäre bei voller Ausfilterung des orangegelben Farbstichs mit einem KB 20 zwar farbneutral, sähe aber aus, als hätte ein Bühnen-Halogenscheinwerfer die Szene beleuchtet. Um das Abendrot in seiner Pracht zu erhalten, darf gar nicht gefiltert werden, und um das Porträt bei Lampenlicht zwar nicht in orangefarbene Lichtsoße zu tauchen, aber auch nicht kalt wirken zu lassen, muss ein Rest an „Wärme" erhalten bleiben. Das geschieht durch Unterfilterung, in diesem Falle zum Beispiel durch Verwendung von KB 15 statt KB 20. Ein guter Anhaltswert liegt bei 2/3 der vollen Neutralfilterung.

 

Weitere Begriffe, Tipps und Tricks
 


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